Steigende Prämien, hohe Selbstbehalte und immer strengere Anforderungen an den Brandschutz setzen viele Industrie- und Gewerbebetriebe unter Druck. Besonders problematisch wird es, wenn sich für betriebliche Risiken kaum noch ein Versicherer findet.
Selbst umfassende Schutzmaßnahmen sind heute keine Garantie mehr für bezahlbaren Versicherungsschutz. Vor allem Unternehmen aus der Holzverarbeitung, Metallveredelung, Galvanik, Recycling- und Rohstoffbranche sind betroffen.
Lassen Sie Ihren bestehenden Versicherungsschutz und die individuelle Risikosituation Ihres Betriebs rechtzeitig prüfen.
Feuer, Explosion, Blitzschlag oder Leitungswasser können hohe Schäden verursachen. Gleichzeitig steigen die Kosten für Gebäude, Maschinen und deren Wiederbeschaffung. Bestimmte Branchen und Betriebsarten werden dadurch für Versicherer zunehmend schwer kalkulierbar.
Die Folge: Versicherer reduzieren ihre Kapazitäten, verschärfen ihre Anforderungen oder ziehen sich aus besonders risikoreichen Bereichen zurück. Unternehmen erhalten dann entweder kein Angebot mehr oder müssen deutlich höhere Prämien und Selbstbehalte akzeptieren.
Für die Studie „Deckungsnotstand in der Gewerbe- & Industrieversicherung“ wurden im Frühjahr 2025 rund 130 Maklerunternehmen befragt. Die Ergebnisse zeigen:
Ein erhöhtes Risiko besteht häufig dort, wo brennbare Rohstoffe, Staub, technische Anlagen und hohe Wiederbeschaffungskosten zusammentreffen. Besonders betroffen sind:
Ein wirtschaftlich gesundes Sägewerk in Baden-Württemberg musste nach 182 Jahren schließen, weil sich keine passende Brandversicherung mehr finden ließ. Eine geforderte Sprinkleranlage für rund 950.000 Euro war für den Betrieb mit zehn Beschäftigten nicht finanzierbar.
Rund 28 Prozent der Betriebe dieser Branche verfügen über keinen Versicherungsschutz mehr. Die Unterversicherungsquote ist von 15,5 auf 30 Prozent gestiegen.
Bei einem Beschichtungsunternehmen sollte sich die Jahresprämie auf das Dreieinhalbfache erhöhen. Gleichzeitig stieg der Selbstbehalt von 500 auf 500.000 Euro – obwohl bereits moderne Brandmelde- und Rauchansaugsysteme vorhanden waren.
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Ihr Ansprechpartner für Betriebliche LösungenAlexander Krumm, Experte für betriebliche Konzepte |
Viele Betriebe investieren bereits in Brandabschnitte, Brandmeldeanlagen, Kameraüberwachung, Sensorsysteme oder dezentrale Löschanlagen. Dennoch verlangen Versicherer in besonders gefährdeten Branchen zunehmend den Einbau einer Sprinkleranlage.
Kamera- und sensorgestützte Frühwarnsysteme können deutlich günstiger sein. Sie werden von Versicherern bislang jedoch häufig nicht als gleichwertiger Ersatz für eine flächendeckende Sprinkleranlage anerkannt.
Kosten einer Sprinkleranlage: In der Säge- und Holzindustrie liegen diese häufig bei mindestens einer Million Euro. Hinzu kommen mögliche Produktionsausfälle, notwendige Umbauten und die laufende Wartung.
Fehlender oder unzureichender Versicherungsschutz kann geplante Investitionen erschweren. Banken verlangen häufig eine ausreichende Absicherung, bevor sie einen Kredit vergeben. Gleichzeitig benötigen Unternehmen genau diese Finanzierung, um geforderte Brandschutzmaßnahmen umsetzen zu können.
Dadurch entsteht ein schwieriger Kreislauf: Ohne Versicherung fehlt die Finanzierung – und ohne Finanzierung können die Voraussetzungen für einen Versicherungsschutz nicht geschaffen werden.
Branchenverbände, Unternehmen und Versicherungspartner arbeiten an alternativen Modellen. Ein Ansatz sind sogenannte virtuelle Captives. Dabei schließen sich mehrere Unternehmen zusammen und tragen Schäden bis zu einer vereinbarten Höhe gemeinschaftlich.
Voraussetzung ist ein hohes Niveau bei Prävention und Risikomanagement. Die Schutzmaßnahmen der teilnehmenden Betriebe müssen dokumentiert und unabhängig überprüft werden. Ob sich solche Modelle flächendeckend durchsetzen, ist noch offen.
Gewerbliche und industrielle Risiken benötigen individuelle Lösungen. Branche, Betriebsgröße, verwendete Materialien, technische Anlagen und vorhandene Schutzmaßnahmen müssen gemeinsam betrachtet werden.
Es lohnt sich, den betrieblichen Versicherungsschutz frühzeitig und regelmäßig zu überprüfen – nicht erst, wenn ein Vertrag nicht verlängert wird oder ein Schaden eingetreten ist.
Dein Südcuranz-Team
