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Zur Jahresmitte hatten zahlreiche Indizes neue Rekordhöhen erreicht oder sich diesen zumindest angenähert. Nachdem also noch im Juni der Optimismus an den Börsen überwogen hatte, sowohl mit Blick auf den Persischen Golf als auch bei Technologie-Aktien, verschlechterte sich die Stimmung im Juli.
US-Präsident Trump erklärte die brüchige Waffenruhe im Krieg gegen den Iran für beendet und befahl neue Luftangriffe. Die Blockade der für die Weltwirtschaft wichtigen Seestraße von Hormus belastete erneut die Märkte. US-Präsident Trump irritierte zudem mit der Ankündigung, Schutzgeld für die Durchfahrt von Schiffen in Höhe von 20 Prozent des Frachtwertes zu verlangen: „Wir werden die Meerenge behalten, sie wahrscheinlich betreiben.“
Trump widersprach damit unter anderem seinem Außenminister Marco Rubio, der kurz zuvor an die Rechtslage erinnert hatte, wonach kein Land das Recht hat, für die Nutzung internationaler Gewässer Geld zu verlangen.
Schließlich weitete sich der Nahost-Krieg auch auf den Seeweg durch das Rote Meer aus, was den Ölpreis weiter steigen ließ. Nachdem der Preis für ein Barrel Öl im Juni von rund 100 auf 70 US-Dollar gefallen war, kehrte sich die Preisentwicklung im Juli um: von 70 wieder zurück auf 100 US-Dollar.
Die Aufmerksamkeit an den von Technologie-Aktien geprägten US-Aktienbörsen galt allerdings mehr den Geschäftsergebnissen der Tech-Konzerne. Nachdem im Juni der SpaceX-Börsengang gelungen war, folgten mehrere Wellen von Gewinnmitnahmen bei Technologie-Aktien, insbesondere Mikrochip-Herstellern.
Der Speicherchiphersteller Micron veröffentlichte zwar sehr gute Geschäftszahlen und dem südkoreanischen Speicherchiphersteller SK Hynix gelang der Börsengang an die Nasdaq. Das im Juni erreichte Kursniveau konnten aber auch die Aktien von Chip-Herstellern nicht mehr halten. Bei Software-Aktien hielten die Sorgen um die möglichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) an.
Der Auftakt der Berichtssaison in den USA fiel mit Rekordgewinnen bei US-Banken positiv aus. Der Elektroautohersteller Tesla enttäuschte mit seinen Geschäftsergebnissen die Erwartungen, woraufhin die Aktie auf den tiefsten Stand seit August vergangenen Jahres zurückfiel. Der Betreiber der Internet-Suchmaschine Google, Alphabet, übertraf zwar die Erwartungen, aber die Sorge um weiter steigende KI-Investitionen überwog, sodass auch die Alphabet-Aktie deutlich zurückfiel.
Der Nasdaq-100-Index, der in den ersten Juni-Tagen einen Rekordstand bei 30.762 Punkten erreicht hatte, sackte im Verlauf des Juli auf rund 28.400 Zähler ab. Der weniger von Technologie-Aktien geprägte Dow Jones Industrial Average markierte dagegen im Verlauf des Juli ein neues Rekordhoch bei 53.289 Punkten.
Aufholbewegung an den europäischen AktienmärktenAuch die europäischen Aktienmärkte nutzten im Juli die relative Schwäche der zuvor gefeierten Technologie-Aktien für eine Aufholbewegung gegenüber dem US-Aktienmarkt. Der EURO STOXX 50 kletterte auf ein neues Rekordhoch bei 6.431 Zählern und auch der breitere STOXX Europe 600 signalisierte mit neuen Jahreshochs einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend. Allerdings wurde der Kursanstieg von den Sorgen um die Auswirkungen des Krieges der USA gegen den Iran und des steigenden Ölpreises gebremst. Deutsche Aktien profitierten von Reformbeschlüssen der Bundesregierung. Anfang Juli erreichte der Deutsche Aktienindex (DAX) einen neuen Rekordstand bei 25.900 Punkten. Anschließend fiel er in seine Pendelbewegung um die Marke von 25.000 Zählern zurück. Die asiatischen Aktienmärkte wurden vordergründig von den stark schwankenden Aktienkursen der großen Chiphersteller geprägt, vor allem Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) und Samsung Electronics. Beide Aktien hatten in der ersten Jahreshälfte eine Kursrallye erlebt, bis im Juli Gewinnmitnahmen zu Kursrückgängen führten. Auch der japanische Aktienmarkt konnte seinen Kursaufschwung aus den Vormonaten im Juli nicht fortsetzen. Der Nikkei-225-Index fiel von gut 72.500 Punkten auf rund 65.000 Zähler zurück. Zu den wenigen sich gegenläufig entwickelnden Aktienmärkten gehörte Hongkong. Der dortige Hang Seng Index war in den letzten Junitagen auf ein neues Jahrestief bei 22.518 Zählern gefallen, bis er im Juli von Umschichtungen profitierte, sodass der Index zu rund 25.000 Punkten zurückkehrte. |
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Auch an den Anleihemärkten drehte sich die Stimmung, obwohl die wichtigsten Notenbanken ihre Leitzinsen unverändert ließen. Auf die Kursgewinne im Juni folgten Kursverluste und damit verbunden ein Anstieg der Zinsen.
Die Rendite von US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit stieg über das bisherige Jahreshoch aus dem Mai auf gut 4,7 Prozent. Auch Euro-Anleihen verzeichneten Kursverluste. So fiel der Euro-Bund-Future, der die Kursentwicklung deutscher Bundesanleihen an den Terminmärkten widerspiegelt, im Verlauf des Julis von 127,6 auf rund 124 Punkte.
An den Devisenmärkten konnte der US-Dollar, der im Juni vom Friedens-Rahmenabkommen mit dem Iran profitiert hatte, im Juli nicht weiter zulegen. Der Wechselkurs des US-Dollar gegenüber dem Euro pendelte im Juli eng um die Marke von 1,14 USD/EUR.
Gegenüber dem japanischen Yen setzte sich der Anstieg der US-Währung allerdings fort. Erstmals wurde die Marke von 164 Yen je US-Dollar erreicht.
Die Edelmetallpreise stabilisierten sich im Juli weiter. Gold verzeichnete insbesondere bei Kursen unter 4.000 US-Dollar je Unze eine rege Nachfrage.
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Erleichterte Corporate-Governance-Vorschriften als Controlled CompanyMusk kann auf Hauptversammlungen von anderen Aktionären niemals überstimmt oder als Chef abgesetzt werden. Für eine solche sogenannte Controlled Company gelten an der Nasdaq erleichterte Corporate-Governance-Vorschriften, insbesondere hinsichtlich der unabhängigen Kontrolle des Managements. Musk hat die absolute Kontrolle über SpaceX auffällig langfristig und stark abgesichert. Verkaufen andere Insider ihre Class-B-Aktien an Außenstehende, wandeln sich diese automatisch in stimmrechtsarme Class-A-Aktien um. Und neue Class-B-Aktien dürfen, solange dies nach den Emissionsbedingungen vorgesehen ist, nur an Musk selbst ausgegeben werden, beispielsweise im Zuge von Boni. Erreicht SpaceX Unternehmensziele, kann Musk über solche Aktien-Boni seinen Anteil am Unternehmen erhöhen, ohne selbst einen Cent frischen Geldes zahlen zu müssen. Die Ausgabe zusätzlicher Aktien kann zu einer Verwässerung der Anteile der übrigen Aktionäre führen. Eine Besonderheit im Börsenprospekt von SpaceX ist auch das Verbot von Aktionärs-Sammelklagen. Zu denken geben sollte Anlegern ferner, dass trotz des größten Börsengangs der Geschichte mit 85,7 Mrd. US-Dollar Einnahmen schon eine Anleiheplatzierung im Volumen von mindestens 20 Mrd. US-Dollar vorbereitet wird. |
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