Investment-News im Februar 2024

 

B√ĖRSENBERICHT: ZINSSENKUNGEN VORAUS


Dank deutlich steigender Kurse an den B√∂rsen im November und Dezember endete das Jahr 2023 f√ľr die meisten Anleger mit Gewinnen. Die Aufw√§rtsbewegung erfasste dabei nicht nur die Aktienm√§rkte, sondern auch die Anleihen. Dort, bei den Zinspapieren, findet man den Ausl√∂ser der Kurssteigerungen. Denn es war keineswegs eine verbesserte gesamtwirtschaftliche Lage, die die Kurse steigen lie√ü, sondern die Erwartung fallenden Zinsen im Jahr 2024. Bis Oktober 2023 waren diese Hoffnungen immer wieder entt√§uscht worden, was an den Anleihem√§rkten zu einem Zinsanstieg gef√ľhrt hatte.
Ein Anstieg der Marktzinsen mag zwar f√ľr alle attraktiv sein, die Geld neu anzulegen haben. Aber f√ľr diejenigen, die bereits in Anleihen investiert sind, bringt ein Zinsanstieg Kursverluste mit sich. Die Neuanlage bedeutet mehr Rendite, also werden die schlechter verzinsten Anleihen verkauft, was deren Kurse nach unten dr√ľckt, bis der Zinsnachteil ausgeglichen ist. Umgekehrt bescherte der Zinsr√ľckgang in den beiden letzten Monaten des vergangenen Jahres allen Anlegern Kursgewinne, die in Anleihen investiert waren.

 

ZINSERWARTUNGEN ALS WICHTIGSTER EINFLUSSFAKTOR
Und auch die Aktienm√§rkte feierten den Zinsr√ľckgang mit Kursgewinnen, eben jener Jahresendrallye, die die letzten Wochen 2023 pr√§gte. Denn sinkende Zinsen helfen den Aktienm√§rkten auf verschiedenen Ebenen, finanzmathematisch und realwirtschaftlich. Das Verh√§ltnis zwischen dem Wert eines Verm√∂gensgegenstandes oder Wertpapiers und seinen Ertr√§gen ist die Rendite. Aus dieser Gleichung folgt, dass der Wert, also der B√∂rsenkurs eines Wertpapiers steigt, wenn die allgemeine Rendite f√§llt – und das bei gleichbleibenden Ertr√§gen wohlgemerkt. Es w√ľrde also keiner steigenden Unternehmensgewinne bed√ľrfen, um die Aktienm√§rkte steigen zu lassen, wenn die Zinsen fallen. Dass fallende Zinsen billigere Kredite f√ľr Investoren und Konsumenten bedeuten, verst√§rkt diesen Effekt noch.
Kein Wunder also, dass die B√∂rsen kaum ein wichtigeres Thema kennen als die zuk√ľnftige Entwicklung der Zinsen. Diese wird ma√ügeblich durch die Entscheidungen der Notenbanken beeinflusst. Mit der Anhebung der Leitzinsen bek√§mpften sie den starken Anstieg der Inflation. Die Verlangsamung des allgemeinen Preisanstiegs im Laufe des Jahres 2023 n√§hrte die Hoffnung auf rasche und weitreichende Zinssenkungen.


 

D√ĄMPFER ZUM JAHRESBEGINN
Doch in den vergangenen Wochen erhielten die euphorischen Erwartungen einen D√§mpfer. Die Inflationsraten sanken zunehmend langsamer. Die Jahresrate des Preisanstiegs lag zuletzt mit rund drei Prozent √ľber dem erkl√§rten Ziel von nur zwei Prozent. In Jahren, in denen in den USA Pr√§sidentschaftswahlen stattfinden, vermeidet die US-Notenbank erfahrungsgem√§√ü starke Ver√§nderungen ihrer Leitzinsen. Zinssenkungen w√ľrden von Kritikern als Unterst√ľtzung des amtierenden Pr√§sidenten ausgelegt. Dem Vorwurf einer Einmischung in die Politik will sich die Instanz Federal Reserve nicht aussetzen. So k√∂nnte die Fed Funds Rate, die schon seit Juli 2023 unver√§ndert bei 5,25 bis 5,5 Prozent liegt, weniger gesenkt werden, als die B√∂rsen noch im Dezember erwartet haben.

 

VOLKSWIRTSCHAFTLICHE DATEN OHNE KLARE TENDENZ
An der Wallstreet gab es nach dem Jahreswechsel vor diesem Hintergrund zun√§chst Umschichtungen zulasten zinssensitiver Aktien, darunter aus Technologiewerten in defensivere Branchen. Die volkswirtschaftlichen Daten zeichneten aber kein klares Bild, sodass die denkbaren Szenarien f√ľr die US-Wirtschaft in diesem Jahr von einem sp√§ten Abrutschen in eine Rezession bis zum g√§nzlichen Ausbleiben einer solchen reichen. Auch die beginnende Berichtssaison mit den Gesch√§ftsergebnissen des vierten Quartals und damit des Gesamtjahres 2023 gab f√ľr den Gesamtmarkt keine richtungsweisenden Impulse. Allerdings konnten die meisten US-Konzerne mit ihren Gesch√§ftszahlen und Ausblicken die Investoren
√ľberzeugen.
 


 

NASDAQ-100 STEIGT AUF REKORDHOCH

 

Nasdaq_Feb2024
Auch wenn die Aufw√§rtsdynamik hinter der Jahresendrallye von November und Dezember zur√ľckblieb, gelang es dem popul√§ren Dow Jones Industrial Average Index doch, erstmals in seiner Geschichte √ľber 38.000 Punkte zu klettern. Auch der f√ľr den Gesamtmarkt repr√§sentativere S&P-500-Index stellte mit einem Anstieg auf 4.900 Z√§hler seinen zwei Jahre alten Rekord ein. Gleiches galt f√ľr den Nasdaq-100 mit seinem Anstieg auf neue Rekordhochs √ľber 17.600 Punkte.

 

VERHALTENER START DER EUROP√ĄISCHEN AKTIENM√ĄRKTE
Auch die europ√§ischen Aktienm√§rkte starteten zun√§chst verhalten in das neue Jahr. Die erste Januarh√§lfte war von Gewinnmitnahmen gepr√§gt. Dann setzten auch diesseits des Atlantiks wieder st√§rkere K√§ufe ein. Nach einer Konsolidierung bis auf rund 4.400 Punkte kletterte der Euro-STOXX-50 √ľber 4.600 Z√§hler. Etwas schwerer taten sich einige nationale Aktienindices, darunter der DAX. Er gab zwischenzeitlich die Gewinne aus dem Dezember fast vollst√§ndig ab, bis er sich im Verlauf des Januars der 17.000-Punkte-Marke und damit seinem Rekordhoch bei 17.003 Z√§hlern wieder n√§herte. Eine m√∂gliche Aufholjagd europ√§ischer Nebenwerte wollte noch nicht in Gang kommen. Insbesondere der MDAX f√ľr mittelgro√üe deutsche Aktien blieb klar hinter der Entwicklung der Standardwerte zur√ľck. Die MDAX-Schwergewichte Lufthansa, Delivery Hero und LEG Immobilien entwickelten sich nicht gut und die Aktie des Sportmodeherstellers Puma fiel sogar auf den tiefsten Stand seit √ľber f√ľnf Jahren, nachdem das Unternehmen mit Eckdaten und Ausblick entt√§uscht hatte.

 

KURSGEWINNE IN JAPAN – VERLUSTE IN CHINA
In Asien blieb die B√∂rsenentwicklung sehr differenziert. Die japanische B√∂rse profitierte in den ersten Wochen des Jahres vom zunehmenden Interesse der Investoren. Der Nikkei-225- Index sprang √ľber die 34.000-PunkteMarke, die seit Mitte des Vorjahres einen Widerstand gebildet hatte und kletterte bis auf 36.547 Z√§hler, den h√∂chsten Stand seit √ľber 30 Jahren. Der indische Aktienmarkt setzte seine gute Entwicklung aus dem Vorjahr zun√§chst fort. So erreichte der Sensex 30 Index der Bombay Stock Exchange (BSE) Mitte Januar mit 73.328 Punkten ein neues Rekordhoch. Von diesem Niveau aus dr√ľckten dann Gewinnmitnahmen auf die Kurse. Schlecht blieb nach dem Jahreswechsel die Kursentwicklung an den chinesischen Aktienm√§rkten. In Hongkong fiel der Hang Seng Index zeitweilig unter 15.000 Punkte. Damit notiert dieser Index nahe seiner Zehn-Jahres-Tiefs und unter dem Corona-Crash-Niveau. Die aktuellen wirtschaftlichen Probleme, unter anderem im Immobiliensektor, gelten dabei nur als ein Symptom eines Vertrauensverlustes in das kommunistische Regime in Peking.

 

NIKKEI-225 SETZT AUFW√ĄRTSTREND FORT

 

Nikkei_Feb2024
Der √Ėlpreis zeigte sich in den ersten Wochen des neuen Jahres weiter stabilisiert. Er war im vierten Quartal trotz des eskalierenden Nahost-Konfliktes deutlich gefallen, und zwar von rund 95 US-Dollar auf 75 US-Dollar pro Barrel. Im Laufe des Januars erholte sich der √Ėlpreis auf √ľber 80 US-Dollar. Noch weniger ver√§ndert zeigte sich im Januar der Goldpreis. Nachdem er sich im Dezember in einer Preisspanne zwischen 1.972 US-Dollar und dem Rekordhoch bei 2.147 US-Dollar pro Unze bewegt hatte, verenten sich die Preisschwankungen im Januar auf die Bandbreite 2.000 bis 2.080 US-Dollar.


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BLICKPUNKT: TECHNOLOGIE-AKTIEN ALS WERTTREIBER ODER RISIKO?

In den vergangenen Jahren haben Technologie-Aktien ihren Anteil am Wert der globalen Aktienm√§rkte stark ausgebaut. Im MSCI-Weltaktienindex entf√§llt ein Gro√üteil des hohen US-Gewichts auf die gro√üen Technologiekonzerne, die mittlerweile als glorreiche Sieben (Magnificent Seven) bekannt sind: Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Nvidia, Meta und Tesla. Diese Aktien waren im vergangenen Jahr der gr√∂√üte Werttreiber f√ľr die Aktienm√§rkte. F√ľr Kursfantasie sorgte dabei das Thema K√ľnstliche Intelligenz (KI), weil die gro√üen US-Tech-Konzerne als Erstrundengewinner von KI-Anwendungen gelten. So stiegen ihre Aktienkurse im vergangenen Jahr um durchschnittlich 78 Prozent. Damit haben diese sieben Aktie mehr als die H√§lfte des Anstiegs des S&P-500-Index von 23 Prozent beigesteuert. Ein „S&P-493“ ohne diese sieben Aktien h√§tte nur ein Jahresplus von 11 Prozent verzeichnet. Im Nasdaq-100-Index kommen die Magnificent Seven sogar auf ein Gewicht von rund 40 Prozent. Doch das Jahr 2022 zeigt, welches Risiko darin liegt. Damals waren die Tech-Aktien stark unter Druck geraten und hatten hohe zweistellige Prozentverluste erlitten. Mit ihrem hohen Gewicht in den Aktienindizes und vielen Portfolios k√∂nnten diese Aktien auch in diesem Jahr wegweisend f√ľr Aktieninvestments insgesamt werden.

 

DIFFERENZIERTE BETRACHTUNG DER MAGNIFICENT SEVEN
Fondsmanager, die Investments in Tech-Aktien noch bef√ľrworten, raten zu einer differenzierten Bewertung. W√§hrend manche der Sieben so gut positioniert sind, dass sie kaum Schw√§chen zeigen, erscheinen andere angreifbarer. Der Aufschwung der Tech-Aktien d√ľrfte sich nicht mehr f√ľr alle fortsetzen. Die Technologie-Branche gilt zwar als √ľberdurchschnittlicher Profiteur von Zinssenkungen. Insbesondere Gesch√§ftsmodelle, deren Cashflows schwerpunktm√§√üig erst in weiterer Zukunft liegen, sind naturgem√§√ü st√§rker von der H√∂he der Zinsen abh√§ngig, weil Aktienkurse als Barwert der zuk√ľnftigen Cashflows verstanden werden k√∂nnen. Liegen Cashflows erst in der ferneren Zukunft und sind die anzusetzenden Zinsen h√∂her, schrumpft der Barwert.
Umgekehrt sind die zuk√ľnftigen Unternehmensgewinne allein dadurch mehr wert, dass die Zinsen fallen. Die f√ľr das Jahr 2024 erwarteten Leitzinssenkungen der gro√üen Notenbanken, insbesondere der US-amerikanischen Federal Reserve sollten also Tech-Aktien Auftrieb geben. Allerdings spiegelt die starke Kurserholung im Jahr 2023 die Erwartung fallender Zinsen bereits wider. In diesem Jahr wird es deshalb zunehmend darauf ankommen, welche Unternehmen die hohen Erwartungen an weiteres Wachstum erf√ľllen k√∂nnen – und
welche nicht.



TESLAS ZAHLEN ENTT√ĄUSCHEN ANLEGER

J√ľngst fand sich der US-Elektroautomobilbauer Tesla im Lager Letzterer. Obwohl sich der Quartalsgewinn im Jahresvergleich von 3,7 auf 7,9 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelte, reagierte die B√∂rse entt√§uscht. Denn Teslas rasantes Wachstum flaut ab. Teslas Umsatz stieg im Jahresvergleich nur um drei Prozent auf 25,17 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit Erl√∂sen von fast 25,9 Milliarden Dollar gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte Tesla das Auslieferungsziel von 1,8 Millionen Elektroautos nur nach mehreren Preissenkungen erreichen k√∂nnen, immerhin ein Plus von 38 Prozent. Fr√ľher hatte Firmenchef Elon Musk das Ziel ausgegeben, jedes Jahr um mindestens 50 Prozent zu wachsen. Jetzt gab Tesla keine Prognose mehr f√ľr Auslieferungen im laufenden Jahr ab. Von der Ank√ľndigung eines revolution√§ren neuen Produktionssystems zeigte sich die B√∂rse wenig beeindruckt. Der Tesla-Aktienkurs st√ľrzte auf den tiefsten Stand seit Mai vergangenen Jahres und bescherte seinen Aktion√§ren allein seit Jahresbeginn einen Verlust von √ľber 26 Prozent. Dennoch zeigt sich ein Teil der Fondsmanager weiter von Tesla √ľberzeugt. Der Konzern werde als Automobilhersteller missverstanden. Es handele sich vielmehr um einen hochinnovativen Technologieentwickler, der auch in anderen Bereichen √ľberzeugen werde.
Geteilt sind die Meinungen der Experten nicht zuletzt bei chinesischen Tech-Aktien. Weitgehende Einigkeit besteht in der Frage der aktuellen wirtschaftlichen Bewertung chinesischer Aktien. Ganz im Gegensatz zu den Magnificent Seven sind sie nach einer inzwischen mehrj√§hrigen Verlustphase insgesamt im Verh√§ltnis zu ihren Umsatzerl√∂sen und insbesondere zu ihren Gewinnen sehr g√ľnstig bewertet. Optimisten verweisen auf zunehmende Anzeichen daf√ľr, dass Peking die Wirtschaft allgemein und den heimischen Aktienmarkt im Speziellen mit geld- und fiskalpolitischen Ma√ünahmen st√ľtzen will.
Zudem hat sich die chinesische Wirtschaft l√§ngst von der „Werkbank der Welt“ mit billigen Arbeitskr√§ften zu einer hochinnovativen, neue Technologien f√∂rdernden Volkswirtschaft gewandelt. In vielen Bereichen seien chinesische Unternehmen bereits jetzt Weltmarktf√ľhrer oder w√ľrden gerade zu ernsthaften Konkurrenten der entsprechenden westlichen Tech-Konzerne aufsteigen. Das sei beispielsweise beim Thema Elektromobilit√§t zu beobachten. Das Erreichen technologischer Unabh√§ngigkeit in strategisch wichtigen Sektoren geh√∂rt zudem zu den Priorit√§ten der Zentralregierung, sodass in diesen Sektoren mit Unterst√ľtzung durch die Politik zu rechnen ist. Dies d√ľrfte beispielsweise f√ľr die Halbleiterentwicklung und -produktion gelten.¬†

 

CHINA: G√úNSTIGE AKTIENBEWERTUNGEN CONTRA RISIKEN
So haben die USA ein Exportverbot f√ľr bestimmte Hochleistungschips gegen China verh√§ngt, weil diese Hochtechnologie auch in die massiven Aufr√ľstungsprogramme Chinas einflie√üt. Gerade diese geopolitischen Aspekte veranlassen viele Investoren ungeachtet der g√ľnstigen Bewertung zur Zur√ľckhaltung gegen√ľber Investitionen in China. Das zunehmend aggressive Auftreten gegen√ľber Staaten wie den Philippinen oder Taiwan wird zusammen mit vielen anderen, √∂konomischen Ma√ünahmen wie der Aufstockung der Goldreserven, dem Abbau von Best√§nden in US-Staatsanleihen oder der gesetzlichen M√∂glichkeit, Auslandsinvestoren zu enteignen, als Vorbereitung eines Krieges gesehen. Die meisten Fondsmanager, die chinesische Tech-Aktien mit Hinweis auf die sehr g√ľnstige Bewertung in ihren Depots halten, begrenzen vor allem wegen dieser Risiken ihr Engagement.
Die Bestandsaufnahme in den ersten Wochen des Jahres zeigt, dass Aktieninvestments besonders in diesem Jahr einer fortlaufenden aktiven Beobachtung bed√ľrfen. Den Chancen auf weitere Wertzuw√§chse stehen Risiken gegen√ľber.

 



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